Archiv für den Monat August 2016

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Es ist 19:46 Uhr und ich habe mir soeben Spaghetti Bolognese gekocht.. Jetzt ist es offiziell, mein Leben läuft gerade nicht so wie erwartet. Ich fühle garnichts… Klingt wahnsinnig komisch, da ich ja eigentlich heulend in einer Ecke liegen und bedauern müsste das er gegangen ist.. Aber ich fühle GARNICHTS!  Den Tag über denke ich oft „Oh, jetzt hast du garnicht gefragt ob du darfst..“ Und dann fällt mir wieder ein, das er ja nicht mehr da ist. Das es egal ist was ich tue.  Ich bin mir nicht sicher, ob mich das ganze in geraumer Zeit treffen wird und mich zu einem heulenden Monster mutieren lässt..  Wir werden sehen. Vielleicht bin ich auch ein Meister im selbstbetrug und komme deswegen ganz gut zurecht.  

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„Ich bin raus.“

Aus unerfindlichen Gründen,bin ich um halb sechs aufgewacht. Mein Wecker, weckt mich normalerweise eine Stunde später.  Ich liege im Bett und überlege warum ich wach bin. ‚Vielleicht hab ich den Wecker auch nicht gehört ‚, schießt es mir durch den Kopf und ich greife nach dem Handy.  05:32 zeigt mir die Uhr auf dem Display, und eine Nachricht von dem Herrn ist zu sehen. In dieser steht kurz und Knapp „Ich korrigiere: Ich bin raus!“ 

Und ganz plötzlich brauche ich keine morgendliche Dusche um wirklich wach und anwesend zu sein. Ich bin sowas von wach!  

Seit ungefähr drei Wochen darf ich mich nicht mehr schminken. Dies sollte als bestrafung dienen. Und gestern sagte er, das dies ein dauerhafter Zustand werden wird. Nie wieder darf ich mich schminken. Puh! Denkt man da im ersten Moment.  Was für eine schei** im zweiten. Und dann sagte er, er würde mir gerne den Kopf scheren. Und dann bin ich völlig überfordert gewesen. Wir diskutierten darüber.  Ich sagte ihm was ich davon halte und ihm war es egal. Er ging nicht auf mich ein, sondern maulte mich an, das ich meinen Mund aufmache.  Das ich zu dumm bin um das zu verstehen. Ich schrieb ihm, das ich eine Auszeit brauche,  ein paar Tage in denen ich vollkommen alleine bin, um zu mir selbst zu finden und das ich es verstehen würde, wenn ihm das zu blöd wäre. Er sagte er wird still bleiben. Und um 01:40Uhr schickte er mir dann diese Nachricht.  

„Ich korrigiere: Ich bin raus!“ 

Wie jetzt?! Das wars? Einfach so?  Mehr bekomme ich nicht? Ich fühle eine seltsame Anspannung in mir und bin mir nicht sicher ob ich weinen oder lachen möchte. 

Seit fast drei Jahren…Seit fast drei Jahren kennen wir uns, seit drei Jahren treffen sich unsere Wege immer wieder.  Und ich habe mir den Arsch aufgerissen um ihn zufrieden zu Stimmen. Ich habe mich selbst gedemütigt, und zugelassen das er es tut. Und es war schmerzhaft aber auszuhalten. Jeden Tag aufs neue.  Und jetzt ist es vorbei?  Ein Satz und Ende?  Doch anstatt das zu sagen sagte ich ihm das ich ihm alles gute wünsche und alles löschen werde, damit ich nicht in Versuchung komme ihm wieder zu schreiben. 

Ich bin sprachlos und verletzt..  Und vielleicht endlich aufgewacht.  

Watte im Kopf?  

Niemand hat gesagt das es einfach wäre..  Aber niemand hat mir gesagt, wie Hart es wirklich werden wird. Wie schlimm Stimmungen schwanken können.  Zwischen „Ich pack den scheiß auch alleine“ bis hin zu “ ohne ihn schaff ich garnichts mehr“ 

Etwas in mir verflucht mich dafür das ich mich freiwillig von jemandem abhängig mache. Und die andere Seite ist erleichtert das es so ist. Das ich loslassen kann… Ich sein kann.

Aber wer bin ich überhaupt?  

Bin ich die junge Frau, die mit Freundinnen um die Häuser zieht und bis zum Morgengrauen die Welt durch die Augen anderer sieht?  

Bin ich die junge Frau, die Zuhause sitzt und sich um Haushalt und Kind kümmert und darin voll aufgeht? 

Er macht mich SO glücklich!  

Und er macht mich SO traurig! 
Ich kann nicht beschreiben was in mir stattfindet.  Und dennoch Versuche ich die Worte zu finden, die mir ein Ventil sein sollen, um etwas Druck abzulassen. Denn ich platze sonst.  Ich fühle soviel… 

Soviel von etwas,was ich nicht definieren kann. Ist es Demut?  Ist es Liebe,die ich spüre?  Ist es Nähe,  die mir so nahe geht, das es mir den Atem raubt?  Ich habe das Gefühl, das ich mich wirklich reinhänge und alles gebe. Doch dann unterläuft mir ein Fehler und ich bin so enttäuscht von mir selbst.  Selbst wenn er es nicht ist. Ich habe das Gefühl das ich es besser machen könnte,  das ich es besser machen sollte. Das es nicht fair ist. Regeln haben mich nie interessiert und nun folge ich ihnen.

Ohne murren und meckern,  ich tue es einfach.  Verlasse mich auf mein Gefühl.  Verlasse mich auf ihn.  Ich habe ihn meinem Leben nie wirklich jemandem getraut oder vertraut. Ich erwarte das es jeden Moment kaputt geht,  versuche mich auf Situationen vorzubereiten, die nicht eintreffen. Und ich weiß er wird nicht einfach so gehen, wird mich nicht einfach so alleine lassen. Ich glaube, er glaubt an mich. Und ich weiß nicht ob das jemals jemand getan hat. Ich habe ein wenig angst, weil ich nicht weiß wie ich das was ich fühle in Worte fassen soll. Ich will nichts falsches sagen, also sage ich am besten garnichts.  Aber ich schätze auch das ist nicht richtig.  

Mein Kopf.  

Mein eigenes Bett ist mir inzwischen fremd.  Die Regel auf dem Boden zu schlafen, ist nun wirklich nicht für Menschen mit Hüftknochen gedacht.  Es ist kalt und unangenehm und gleichzeitig wahnsinnig beruhigend.  Ich schlafe wie ein Baby,  und wache mit Schmerzen auf. Diese sind nicht schön, und doch erinnern sie mich jeden Morgen daran das ich das richtige tue. Mein Kopf hält mich nachwievor für Verrückt,  aber wie kann etwas falsch sein, was sich richtig anfühlt?  Mit jedem Tag, vertraue ich mir mehr, meinen Gefühlen..  Und mit jedem Tag verliere ich ein Stück mehr Unsicherheit.  Natürlich stelle auch ich mir die Frage ob sich der Aufwand lohnt.  Und manchmal zweifel ich an mir und allem anderen. Und dann wird die Stimme in meinen Kopf lauter.  Sie sagt ich soll gehen und zurück zu dem Leben was ich vorher hatte. Nur existiert das nicht mehr, oder anders gesagt.  Es wäre nicht mehr das selbe. Mein Inneres fühlt sich gut, bei allem was ich tue. Es stellt keine fragen, sondern lässt es passieren / lässt Veränderung zu. Es ist der Kopf der an die Gesellschaft angepasst ist, der Kopf der sich nicht von den Normen lösen möchte, weil er Angst vor Reaktionen anderer hat. Er ist darauf Programmiert jedem zu gefallen, auch wenn das bedeutet nicht man selbst zu sein. Nicht auffallen ist die oberste Regel. Errege keine Aufmerksamkeit, werde unsichtbar. Rede am besten auch nicht, denn sonst merken sie das du komisch bist..

Und so folgte ich meinem Kopf,  denn ich war der Aufassung das es so richtig ist.  Und jetzt weiß ich das mein Kopf Dumm ist. Das die Art wie ich denke nicht richtig ist. Das fühlen mich weiter bringt als mein Kopf je tun wird. Und jetzt bin ich an einem Punkt wo das Fühlen den Kopf hinterfragt.  Ganz langsam,  Stück für Stück vertraut es auf das Innere und noch viel mehr dem Herrn der es soweit gebracht hat. Denn im Endeffekt ist es egal was ich denke, oder was die Welt von mir hält.  Wichtig ist, das ich glücklich mit meinem Leben bin. Das ich gerne lebe. Das ich irgendwann den Herrn glücklich mache und mich genau das glücklich macht. 🙂

Und noch immer bedauer ich es, nicht normal zu sein.  Jetzt gerade ganz besonders.  Manchmal…  Da bin ich so glücklich, dass ich die Musik aufdrehe und aus vollem Hals jedes Lied mitsinge,  ich tanze durch die ganze Wohnung und fühle mich frei, wohl dem Wissen das ich nie wieder richtig „frei“ sein werde. Und manchmal… da bin ich so traurig, dass ich mich aus dem Bett zwingen muss. Denn am liebsten möchte ich nie wieder aufstehen. So traurig das ich weine bis keine Tränen mehr kommen. Manchmal… bin ich dankbar (obwohl ich es eigentlich immer sein sollte). Dankbar das er da ist für mich. Das er all diese Launen aushält und mir hilft wo er kann. 

Bei dem größten Kampf aber, kann er mir nicht helfen. Und das ist der, den ich gegen mich selbst führe.  

Wer bin ich? Dieser Moment, in dem der Kopf das eine sagt und das Innere etwas anderes fühlt. Dieses ständige ziehen und reißen. Sich auseinander zu reißen.  Um danach die Teile verzweifelt wieder zusammenzusetzen.  Um dann festzustellen das es nicht mehr funktioniert. Ich funktioniere nicht mehr. Im Endeffekt, tue ich mir das selbst an. Es müsste nicht wehtun.  Aber ich wehre mich, mein Kopf wehrt sich.Denn einfach wäre ja zu einfach.  Und er sagte es wird nicht leicht werden, und wichtig ist das ich weiter gehe. Momentan ist es eher mit kriechen zu vergleichen.  Ich habe das Gefühl ich enttäusche ihn.  Werde dem ganzen nicht gerecht.  Ich bin so traurig das es schon fast in Wut übergeht.  Wütend auf mich selbst und die Welt.  Das es so viele intolerante Menschen gibt, das ich nie wirklich was hinkriege.  Das ich immer wieder Anlauf nehme und dann gegen die selbe verdammte Mauer zu rennen.  Denn ich denke “ dieses Mal,  dieses Mal schaffe ich es“ und liege dann wieder am Boden um gleich darauf wieder Anlauf zu nehmen. Als würde ich es nicht lernen.. Oder auf ein Wunder hoffen.  Das Werkzeug gibt es, um diese Mauer zu zerstören und alles was ich tun müsste wäre danach zu fragen/darum zu bitten.  Aber ich schätze ich muss noch ein Paar mal Anlauf nehmen, ehe ich begreife das ich es alleine nicht schaffe.  
Aber am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.. 

„Alles gut“ 

Und alles sei gut,sagt er.. Und ich soll ja nicht denken, sondern fühlen.  Und alles was ich fühle, ist das etwas nicht stimmt.  Seit Tagen besteht unsere Kommunikation darin, ein paar Sätze zu schreiben. Auf die Frage ob irgendwas ist, höre ich „alles gut“. 

Wenn mich meine Freunde fragen wie es läuft möchte ich am liebsten sagen „hey, mir geht es scheiße,weil ich mit niemandem reden kann. Weil alles sich ändert inklusive mir und je mehr ich mich darauf einlasse, desto unsicherer werd ich“  aber ich lächel und antworte „alles gut“ 

Die Frau im Supermarkt fragt mich ob ich eine Tüte brauche.  Ich denke nicht nach und sage „alles gut“,  dabei hätte ich eigentlich eine gebrauchen können.  

Meine Tochter schlägt sich das Knie auf und weint bitterlich.  Ich nehme sie in den Arm und beruhige sie mit den Worten „alles  gut (Schatz)“  

Aber ist wirklich alles gut?  Sage ich das alles gut ist weil ich andere oder mich selbst mit diesen Worten beruhigen will?Oder sage ich es, weil es alle sagen?  In Wahrheit ist nichts gut. Und nichts ist ganz.  Ich weiß nicht wo ich hingehöre,kenne meinen Platz nicht. Und wenn er mir sagt wo er ist, so fühle ich es nicht. Alles was ich fühle ist Angst und Unsicherheit.  Und sie wird immer größer.  Ich versuche mich emotional zu lösen und das hat damals super geklappt.  Ich redete mir ein das er nicht der richtige ist,das er böse und nicht richtig für mich ist. Und ich begann ihn zu hassen,abgrundtief.  Und so verdrängte ich,das Gefühl von der Liebe die ich spürte,  den Kontakt den ich wollte.  Denn ich hatte mich selbst überzeugt :DAS ist der richtige Weg. 

Und jetzt?  Ich sage mir selbst, dass er gemein ist und ich das nicht verdient habe. Aber ich fühle das dies nicht die Wahrheit ist. Ich versuche mir wieder zu sagen, dass ich ihn nicht liebe. Und jedes mal kommen mir die Tränen.  Denn ich fühle das dies nicht die Wahrheit ist. Ich bin abhängig!  Verdammte scheiße, ich bin es.. Und es macht mich hilflos.  Als würde ich den Boden unter den Füßen verlieren. Und am Ende des Tages, da frage ich mich „wie geht es nun weiter“ doch ich kenne die Antwort nicht. Aber was scheinbar zählt, ist die Antwort die ich mir gebe.. 

„Alles gut“